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Quelle: Wirtschaftsblatt Online http://www.wirtschaftsblatt.at/cgi-bin/page.pl?id=409894
Juli 2005
Gewiefte Geschäftemacher lukrieren mit "öffentlichen Firmenregister-Eintragungen" viel Geld. Vor allem Jungunternehmer gehen den Abzockern auf den Leim
Am 14. Juni liess Elisabeth K. ihre Offene Erwerbsgesellschaft ins Firmenbuch des Handelsgerichts Wien eintragen. Schon einen Tag später flatterte ihr ein Schreiben des "ÖHG Öffentliches Handels- und Gewerberegister" ins Haus: "Offert über die Veröffentlichung Ihres Firmenbuchauszuges." Für die Eintragung (ein Jahr) sollten 921 Euro mit einem bereits ausgefüllten Erlagschein auf ein Hypo Tirol-Konto eingezahlt werden. Sollte der "Eintragungsauftrag" nicht bis drei Monate vor Ablauf der Jahresfrist schriftlich gekündigt werden, hiess es weiter, verlängere er sich um ein Jahr.
" Öffentliches Register"
Auf den ersten Blick schien es sich um ein amtliches Schreiben zu handeln. Bei genauerer Betrachtung stellte sich jedoch heraus, dass das Schreiben von der "Österreich-Repräsentanz" einer Firma Roboton SL mit Sitz in Palma de Mallorca stammte. Das "Öffentliche Handels- und Gewerberegister" ist auf der Roboton-Homepage "für jedermann zugänglich".
Diese so genannte irreführende Erlagscheinwerbung von Roboton ist kein Einzelfall. Seit Jahren cashen dubiose Branchenregister-Betreiber Österreichs Unternehmen ab.
Millionen-Schaden
"Wir bekommen sehr viele Beschwerden. Die Leute glauben, dass es sich um eine amtliche Vorschreibung handelt", bestätigt Hannes Seidelberger vom Schutzverband gegen unlauteren Wettbewerb. "Die Bekämpfung der irreführenden Erlagscheinwerbung ist unser absoluter Schwerpunkt." Nachsatz: "Der Schaden für die Wirtschaft geht in die Millionen." Laut Seidelbergers Recherchen soll hinter der spanischen Roboton SL, die seit Jänner 2005 mit dem ÖHG-Schmäh arbeitet, der Wiener Thomas Faustka stecken. Faustka hat schon 2002 ÖHG-Formulare verschickt, wurde geklagt und unterschrieb später einen Unterlassungsvergleich. Im "Registro Mercantil de Mallorca" (Stand: April) scheint Faustka als Bevollmächtigter bzw. Prokurist von Roboton auf. "Wir haben die spanische Firma und Faustka geklagt", sagt Seidelberger. Auch Rechtsanwalt Tibor Fabian (Binder Grösswang Rechtsanwälte) hat im Auftrag des Adressdienstleisters Herold Business Data eine Klage wegen unlauteren Wettbewerbs eingebracht. Denn laut Judikatur ist die Bewerbung einer Eintragung in ein "Firmenregister" mit einer begrifflichen Anlehnung an das staatliche Firmenregister irreführend und wettbewerbswidrig. "Die Zahlscheinwerber weichen jetzt nach Tschechien, Serbien und Spanien aus, weil sie sehen, dass wir scharf zurückschiessen", sagt Fabian. "In Deutschland werden die Zahlscheinwerber wegen Betrugs bestraft. Bei uns ist die Strafverfolgung viel laxer." Detail am Rande: Laut Herold-Klage wurden die Roboton-Schreiben von einem Wiener Postamt verschickt.
Falscher Verdacht
"Damit hat Herr Thomas Faustka nichts zu tun, da will ihm Herold nur eine hineinsemmeln", behauptet seine Anwältin Margit Kaufmann. "Das Formular finden Sie im Internet, das wurde abgemalt. Es ist keine Kunst, das nachzumachen." Nachsatz: "Was Roboton macht, ist mir wurscht. Ich vertrete Roboton nicht." Laut Kaufmann gibt es im spanischen Firmenbuch auch keine Prokuristen, sondern nur Verwaltungsräte. Aus dem WirtschaftsBlatt vom 25. - 27. Juni 2005/Autor: Kid Möchel

Quelle: Austria.com
30.09.2006
Wiener Geschäftsmann sass Betrügern auf
Ein 41-jähriger Geschäftsmann aus Wien ist im Frühsommer offenbar Betrügern aufgesessen.
Er hat nach der Gründung einer Firma in Asperhofen (Bezirk St. Pölten) an eine - wie sich herausstellte - nicht existente Firma „Gebühren“ überwiesen. Die Polizei Neulengbach ermittelt und ersucht etwaige weitere Geschädigte um Hinweise (Tel. 059133/Dw.3168), berichtete die Sicherheitsdirektion am Samstag.
In dem Schreiben des Absenders “Österreichische Repräsentanz Roboton SL“, 1010 Wien, als ÖHG Öffentliches Handels- und Gewerberegister, war dem Wiener die Veröffentlichung seines Firmenbuchauszuges angeboten worden. Dem Brief lag ein ausgefüllter Zahlschein mit Kontonummer des Empfängers und einem bereits eingesetzten Betrag bei. Der 41-Jährige überwies die geforderte Summe, weil er der Meinung war, es handle sich um eine Eintragungsgebühr, so die Sicherheitsdirektion. Dass er offenbar Betrügern aufgesessen war, habe der Geschäftsmann etwa zwei Wochen später festgestellt. Zu diesem Zeitpunkt erhielt er nämlich die tatsächliche Zahlungsvorschreibung für die Veröffentlichung seiner Eintragung.

Presseberichte zu Thomas Faustka und Sylvia Weiss
Vorsicht vor "ÖHG"Aussendungen
Eine Beschwerde an den Werberat
ÖHG - Achtung vor dubiosem Handels- und Gewerberegister!
Interventionen des Schutzverbandes gegen unlauteren Wettbewerb


06.08.2007 Oliver Friedel Staudt in Frankfurt in U-Haft
04. Juli 2007 Ludwig Pöppler und Sonia Regina da Costa in Spanien verhaftet(Beleg), Thomas Faustka in Österreich festgenommen. Pressemitteilung des Stadtpolizeikommando Salzburg
04. Juni 2007 ACHTUNG! Neue ÖHG-Formularaussendungen in Österreich durch eine OGH Verlag s.r.o. aus Bratislava / Mario Leschka mehr Infos
28. Mai 2007 Österreich: Klaus Heeg (Abomarketing SL) wegen Formular in St. Pölten / Österreich in Untersuchungshaft - Mitangezeigte sind Ludwig Pöppler, Sonia da Costa und Thomas Faustka
März 2007 Wirtschaftsrats-Mitglieder der Sektion Offenbach/Dieburg-Erbach wählen Oliver Staudt in den Sektionsvorstand (Quelle: www.wirtschaftsrat.de
PRESSEBERICHTE
 
 
HINTERGRUND
Sonia Regina da Costa - Wer ist das?